Die Entstehungsgeschichte von „Allein“

Das Buch „Tote Helden“ war gerade frisch rausgekommen, da hatte ich schon den nächsten Roman in Arbeit. Er ist aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, die zu unterschiedlichen Zeiten Form annahmen.

Begonnen hatte alles mit der Geschichte „Am Ende des Regens“. Von der wiederum stand als allererstes der Titel fest: Nachdem ich den notiert hatte, begann ich mit der Geschichte – nicht wissend, was geschehen und wohin es mich führen würde. Wer die Geschichte in der fantasyguide.de-Anthologie „Am Ende des Regens“ schon mal liest, wird eine erste Ahnung bekommen, was die Folge dieser Schreib-Runde war.

Die Entstehungsgeschichte von „Allein“

Das Buch „Tote Helden“ war gerade frisch rausgekommen, da hatte ich schon den nächsten Roman in Arbeit. Er ist aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, die zu unterschiedlichen Zeiten Form annahmen.

Begonnen hatte alles mit der Geschichte „Am Ende des Regens“. Von der wiederum stand als allererstes der Titel fest: Nachdem ich den notiert hatte, begann ich mit der Geschichte – nicht wissend, was geschehen und wohin es mich führen würde. Wer die Geschichte in der fantasyguide.de-Anthologie „Am Ende des Regens“ schon mal liest, wird eine erste Ahnung bekommen, was die Folge dieser Schreib-Runde war.

1 Aus eins mach eins

Aus eins mach eins:
Wie aus einer Kurzgeschichte ein Roman wurde

Angefangen hatte alles ja schon vor Jahren, als ich bei „Am Ende des Regens“ eine Figur einführte, die aus der Warén-Welt stammen könnte. Ich beschloss noch beim Schreiben, sie auch tatsächlich so einzubinden, und konzipierte mit dem Schluss der Story eine Begegnung des Protagonisten von „Am Ende des Regens“ mit den Menschen. Dieser Protagonist allerdings stammt aus einem Naturvolk, wie wir es nennen würden, die Begegnung wäre also auf die klassische und schon tausende Male abgespulte Kontaktherstellung hinaus gelaufen. Was aber – so dachte mein Schriftsteller-Unterbewusstsein offenbar – wäre, wenn der Naturbursche zum Beobachter degradiert würde, wenn die Haupt-Begegnung zwischen den Menschen und höher entwickelten Vertretern der heimischen intelligenten Spezies stattfände?

Zugleich geisterte das Motto des absehbaren Buches durch meinen Kopf: Der Naturbursche war ja anfangs allein auf seiner Insel – was also, wenn es diesmal um alle möglichen Aspekte des Alleinseins gehen würde? Dann könnte der Planet, auf dem die Insel-Geschichte spielt, noch unentdeckt sein, seine Bewohner würden noch nicht wissen, dass, geschweige denn wo es weiteres Leben im All gibt. Andererseits müssten diejenigen, die auf die Menschen treffen, doch schon recht offen für Ungewöhnliches sein, Schatzsucher oder Mythen-Jäger vielleicht. Irgendwas Indiana-Jones-Mäßiges schwebte mir plötzlich vor – und voilá! die zweite Erzähllinie war gezeugt.

Bis zur Geburt dieser Story gab es aber noch einiges zu entwickeln. Da war zum einen die Tatsache, dass ich nie verstanden habe, wie Indiana Jones innerlich tickt. Eine analoge Figur als Point of View zu nehmen, wäre also eine recht dumme Entscheidung gewesen. Zum anderen gilt Indy zwar als Einzelkämpfer – was zum Motto „Allein“ passen würde –, ist am Ende aber meistens mit Partnern irgendeiner Art unterwegs. Was also, wenn ich den Partner als Point of View wähle und ihn – anders als Jones’ Sidekicks – einsam sein lasse? Er ist zwar mit „Indy“ unterwegs, ihm aber nicht nah. Vielleicht ist er sogar als heimlicher Gegner bei ihm? Oder er will ihm nah sein, kann es aber nicht, weil „Indy“ dieses Gefühl nicht erwidert? Oder sogar beides? Ja, das fühlte sich richtig an: Die zweite Story wird also eine Suche nach einem mystischen Schatz mit einer Indy-Figur und einem Begleiter, der eigentlich den Erfolg der Suche verhindern soll und unglücklich in „Indy“ verliebt ist. Dass die Spezies, um die es hier geht, zwittrig ist – also männlich und weiblich zugleich – spielt dem Thema „Allein“ zusätzlich in die Karten.

So also schrieb ich eine Schatzsuchen-Verschwörungs-Liebesgeschichte zwischen die Abschnitte der Insel-Story und führte beide Handlungen am Ende des Regens zusammen.

Und dann begann der Kampf um den Erzählstrang mit den Menschen …

2 Puzzlearbeit

Puzzlearbeit:
Wie passt das Ganze in die schon bestehende Warén-Welt?

Die Menschen also. Es gab zu jener Zeit, als ich „Allein“ schrieb, nicht viele Möglichkeiten, wer so weit „draußen“ unterwegs sein könnte, um mit dem Planeten der insektoiden Zwitter in Berührung kommen zu können. Es musste Ines Braun sein, schon weil sie das personifizierte Allein-Sein ist.

Was hatte ich zu diesem Zeitpunkt über sie?

Traditionell ist sie dabei, wenn die Menschen eine neue unangenehme Seite der Raumknoten (Passagen, durch die man ratzfatz in weit entfernte Raumgebiete kommt) entdecken – schon haben wir einen Grund, wieso sie ihre Leute auf fremden Planeten einsammeln muss.

Bei einem Projekt vor „Allein“ – einer Art Studie – startete die Braun mit dem Raumschiff GS5. Passt! Allerdings war sie Erster Offizier; um so richtig allein zu sein, musste sie Captain werden. Kein Problem, der Raumknoten konnte auch dafür herhalten.

Was passt noch zu „Allein“? Ein Einsiedler. Oder ein Einzelkämpfer. Oder ein einsiedlerisch lebender Einzelkämpfer. Auf einer Welt mit nur einem Ort, der die Bezeichnung Zivilisation verdient. Das gilt für alle meine Welten bisher? Egal, das wird schon einen Grund haben …

Tatsächlich hat das einen Grund, genauso wie der seltsame Umstand, dass in der Warén-Welt die Planeten, auf denen die großen Geschichten spielen, samt ihrer Biosphäre alle sehr, sehr erdähnlich sind. Der Ursprung für diese Ähnlichkeiten ist ein furchtbar trivialer: Mich interessiert das Erfinden von Welten und Außerirdischen nicht sonderlich. Mich interessieren Menschen und deshalb verwende ich keine Zeit darauf, möglichst viel Fremdheit zu erfinden, sondern schaffe mir Umgebungen, in denen ich bestimmte Aspekte des Menschseins auf den Punkt bringen kann. Aber das taugt natürlich nicht als Erklärung innerhalb der so entstehenden Welt. Also bin ich schon sehr früh von der alten SF-Idee einer Schöpferrasse ausgegangen, die Planeten belebt. All diese Planeten sind sich natürlich ähnlich. Wer diese Schöpfer sind und wie sie mit der im Roman „Warén“ erwähnten Reisenden Gruppe zusammenhängen, davon hatte ich nur eine vage Ahnung. Dieser Roman konnte jedoch eine gute Gelegenheit sein, sich diesem Problem etwas anzunähern.

So. Nun hatte ich alles für den Erzählstrang mit den Menschen zusammen: Die Hauptfigur, ihren Status, dass sie einen alleinlebenden Gutmenschen trifft und die Schöpferrasse, die – als Rasse oder wohl doch nur im Form eines allein handelnden Vertreters (ein durchgeknallter Wissenschaftler ist für sowas immer gut!) – für den plotrelevanten Konflikt sorgt, den eine Geschichte nunmal braucht. Die erste Version dieses Erzählstranges konnte also in Angriff genommen werden …

3 Plotting by wirting

Die sicherste Art, ins Schwimmen zu kommen:
Plotting by writing

Auf in die dritte Story des Buches „Allein“! Kurzer Check, was wir alles haben: Ines Braun wird Captain und verliert quasi im selben Atemzug ein paar Erkunder (drei Leute in zwei Booten, die vorab den Raumknoten passierten). Sie ist sowieso kein geselliger Typ, zieht sich in Folge der Ereignisse aber noch mehr zurück. In dieser Phase des Romanbauens sah die Planung noch vor, dass sich Braun als viel isolierter wahrnimmt, als ihre Crew sie sieht. Vorgriff: Da der Menschen-Part nur mit Braun als Point of View erzählt wurde, war das schwer zu verdeutlichen, aber es sollte immer mitschwingen. Eine hehre Idee, wenn man bedenkt, dass ich die Braun im ganzen Hauptteil der Menschen-Story von der Crew zu trennen und als Alleinkämpfer agieren zu lassen gedachte. Aber ok …

Ines Braun also. Zuerst musste ihr Schiff, die GS5, einen passenden Planeten anfliegen – ok, erledigt. Dann wird etwas Ungewöhnliches entdeckt – ok, erledigt. Jetzt landet der Captain. Echt? Der Captain, nicht ein Erkunder-Team? Ok, also erst die Erkunder, dann … Ach, seien wir doch ehrlich: Braun muss da runter! Statt eine weitere Absonderlichkeit zu erfinden, schicken wir sie doch einfach so hin. Weil … grübel, grübel … weil ihr so ist! Keine gute Idee? Schon möglich, aber es passt zu Braun: Sie hat ein ungutes Gefühl und muss sich die Sache selbst absehen. Also runter mit ihr!

So. Und da nun trifft sie auf den schon erwähnten einsiedlerisch lebenden Einzelkämpfer. Als ich diese Story schrieb, war ich eindeutig recht liebesbedürftig, denn kaum dass Braun auf Ri’Dea trifft, bahnt sich schon ein Romänzchen an. Und warum auch nicht: Er ist allein, sie ist allein, rundrum ist Wald und ein bisschen versöhnliche Stimmung in Sachen Brauns Frust kann ja nicht schaden. Dachte ich. Damals.

Aber vergessen wir das Abenteuer nicht! Und zwar im wahrsten Sinne. Ich begann ein Hasard-Spiel, indem ich beim Schreiben – also wirklich während des Tippens – Ri’Dea erst dieses Mysteriöse sagen ließ, dann jenes und schließlich etwas von einem Zauberer in einem Turm, der – das immerhin war klar – natürlich in Wirklichkeit nur missinterpretierte Technik ist. Nunja: Ri’Dea ist clever, der weiß sehr wohl, dass es Technik ist, aber die Nomenklatur seiner Welt benutzt nun mal „Zauberer“ für das Ding. Ri’Dea weiß auch, was das Problem mit dem Ding ist – nur ich wusste es an der Stelle noch nicht. Spätestens ab hier bin ich „geschwommen“ wie noch nie in meinem Schreiberleben davor: Ich hatte keine Vorstellung, wo das Ganze hinführen würde, und habe mich sprichwörtlich zweigeteilt und während der eine Teil schon schrieb, plottete der andere noch – immer den ersten Ich-Teil dicht hinter sich wissen. Entspanntes Arbeiten geht echt anders.

Der Plotter stand also vor der Frage, wo das Ganze hin sollte. Grob war es ja klar, auch die Grundintension was die Wirkung auf die Hauptfigur Braun anging. Aber der Plot, die Handlung! Also dachte der Plotter: Was kommt immer gut? Dass jemand unterdrückt wird. Wieso sollten die Mhalm – Sie erinnern sich? Die großen Terraformer – das Volk von Ri’Dea unterdrücken? „Verrückter Wissenschaftler“ hatten wir ja schon als Idee, wie wäre es also mit „einer der Mhalm hat ein Feldexperiment gemacht und dazu die Leute eingesperrt – man nennt das kontrollierte Versuchbedingungen –, ist darüber aber gestorben, so dass der Wissenschaftler zwar weg ist, die Leute aber immer noch eingesperrt und bevormundet“. Klingt gut. Noch ein bisschen an die andern Entdeckungen – Sie wissen schon: die, weswegen die Erkunder gelandet waren – anpassen und das Ganze zu Ende schreiben. Ein bisschen Nervenkitzel, die Rettung, noch ein bisschen Romanze … Fertig.

Fertig? Nicht ganz, irgendwie musste Braun ja noch von ihren eingangs verlorenen Leuten erfahren, damit sie sie auf dem Planeten der Insektoiden abholen kann. Aber dazu im nächsten Teil.

Übrigens: Fragen Sie sich gerade, wieso ich Ihnen diesen Teil des Romanes so ausführlich erzähle? Weil er in der Endfassung so gar nicht vorkommt! Ist etwas gemein, ich weiß, aber für ein ordentliches Protokoll musste das sein. An passender Stelle erzähle ich dann, was ich warum geändert habe.

4 Der Kreis schließt sich

Der Kreis schließt sich:
Föderation – dein Freund und Helfer

Am Ende des letzten Eintrages musste Ines Braun noch erfahren, dass die drei Leute, die sie am Anfang verloren glaubte, noch rettbar sind. Jetzt kommt die Interplanetare Föderation nochmal ins Spiel. Die hatte ich zum Glück ja schon erfunden (die Geschichte dazu) und Braun & Co. befanden sich eindeutig in ihrem Wirkkreis.

Was also wäre, wenn ein Föderationsschiff gerade in der Nähe gewesen wäre, als die Menschen den Raumknoten passierten? Sie könnten mitbekommen haben, dass es ein Problem gibt, könnten eines der beiden Vorabboote retten und … Warum nicht das andere? Und warum sind sie nicht da, als die GS5 durch den Knoten kommt? Klar: Irgendwas mit der Zeit ist wiedermal schiefgegangen. Was genau, ist im Buch dann nachlesbar, jedenfalls führt es dazu, dass die Föderationsleute erst jetzt die Menschen kontaktieren und ihnen einen Tipp geben können, wo das erste Erkunderboot abgeblieben sein könnte. Sie, liebe Leser, wissen es natürlich schon: Auf dem Planeten der Insektoiden. Braun fliegt also los, um ihre Leute dort abzuholen, den dritten Mann soll sie zurückbekommen, wenn sich Erd- und Föderationsschiff treffen.

Okay. Aber wie stellt man es an, dass das Föderationsschiff nicht völlig wie ein Geist mitten in der Geschichte materialisiert? Ein Prolog könnte helfen. Also einen getippt und das Ganze schön dramatisch machen – so – und nun … ist ratzfatz das einfache Zeitproblem beim Sprung zu einer ganz großen Nummer geworden. Ein klasse Spannungsbogen ist da plötzlich da, der wie ein Bogen über all die anderen Teile hinweg reichen kann. Ein paar Anker-Szenen zu dieser Story, am Ende den Bogen ist einem Epilog schließen … Wow, was für ein Knaller! … und fertig. Allein für diesen Bogen hätte ich mich selbst küssen mögen – das war mal wieder was, das den Namen jon verdiente. Geschafft!

Geschafft? Naja. Wenn es so wäre, hätte ich nicht jahrelang an dem Buch rumgeschrieben. Wo lag also das Problem?

5 Umplanen

Umplanen:
Rettet das Stückwerk!

Eigentlich hatte ich nun alles beisammen: Eine leise Geschichte auf einer einsamen Insel, ein old-style Abenteuer und eines, das die ganze Sache mit den Menschen und den anderen Geschichten meiner SF-Welt verband. Auch einen echten Knaller gab es. Was also war das Problem?

Das erste Problem war, dass sich die Menschen-Geschichte einfach nicht passend gestückelt zwischen die schon existierende Insektoiden-Geschichten streuen ließ. Entweder funktionierte die Trennung der Menschen-Geschichte nicht oder es entstand durch das Einschieben eine zu große Lücke im Insektoiden-Teil oder beides. Und da waren ja auch nicht die Ankerszenen mit den Föderationsschiff … Egal, was ich ausprobierte: Es ergab sich ein hässliches Gestückel. Und wäre nicht der äußere Bogen gewesen, der sich als so unglaublich wichtig für den gesamten Zyklus der SF-Geschichten erwies, hätte ich das Projekt an dieser Stelle für immer in die Schublade gelegt.

Vorher aber wollte ich noch einen Rettungsversuch unternehmen. Was wäre, wenn ich die beiden Stränge – die mit den Insektoiden und den mit den Menschen – gänzlich voneinander trennen würde? Zwei Bücher sozusagen, die von Prolog und Epilog geklammert werden würden. Dazu war die Braun-Geschichte allerdings etwas mager; um daraus ein Buch zu machen, brauchte ich mehr Text.

Mir fiel ein, dass ich ursprünglich geplant hatte, Selbst- und Fremdbild der Braun gegenüberzustellen. Das war in der vorliegenden Version – gelinde gesagt – nicht geglückt. Also wäre es doch sinnvoll, die fehlende Masse mit der Sicht eines Besatzungsmitgliedes aufzufüllen. Ein Tagebuch oder Briefe vielleicht, das gäbe eine schöne Symmetrie zum Tagebuch im Insektoiden-Teil. Vom äußeren Bogen mussten dann aber die Ankerpunkte entfernt beziehungsweise deren Infos in das Menschen-Buch hineinverlagert werden. Ok, klang machbar. Also los …

6 Alte Fehler

Alte Fehler:
Ein Projekt stirbt

Und wieder einmal ließ ich mich treiben: Ein gewisser John Harrison, Crewmitglied unter Ines Braun, schreibt also an seine daheim gebliebene Frau tagebuchartige Briefe. In denen musste sich das Unglück an der Knotenpassage spiegeln, die Konsequenzen sowie die zeitliche „Lücke“ zwischen Knotendruchgang und Brauns Abenteuer mit Ri’Dea. Das klappte auch ganz gut: Ein paar interessante Ideen tauchten auf, Braun lag quasi unter der Lupe und Harrison war ein weiterer Aspekt für jemanden, der allein ist. Und auch die Kapitel-Verschränkung funktionierte durch die zwei getrennten Bücher recht gut. Sehr schön, das alles.

Sehr schön? Süffig zu lesen vielleicht und handlich strukturiert. Aber „schön“? Nein, so fühlte es sich wirklich nicht an. Zu kitschig, zu bemüht, zu … falsch. Das war nicht Ines Braun, nicht die echte Braun jedenfalls. Aber ich hatte einfach keine Idee, was falsch war und wie ich den Kitsch entfernen sollte. Und so wanderte „Allein“ in die Schublade.

7 Untot

Untot:
Das Buch, das nicht sterben wollte

Die Zeit verging. Ein neues Romanprojekt reifte heran und dann ein weiteres. Und dieses roch förmlich nach „das wird richtig gut!“. Die Arbeit daran stockte allerdings: Zu viel Stress nebenbei, ein Loch im Plot, für das sich einfach keine Füllung fand, ein zu wenig frischer Schreibstil …

Ich legte eine Romanpause ein. Ein paar SF-Storys entstanden, die meisten konnte ich als Einzeltexte im Forum (Leselupe.de) vorstellen. Aber nicht alle – zum Teil waren sie ohne die Einbettung zu schwer verständlich, zum Teil war ihre Relevanz ohne Einbettung nicht erkennbar.

Also begann ich, sie zusammenzutragen und ihnen eine Fassung zu geben. „Tote Helden“ entstand. Diese Collage erzählt die Geschichte der Ines Braun und war damit ideal, um das Problem, das ich mit ihr in „Allein“ hatte, zu lösen. In „Tote Helden“ ist die Quintessenz dieser Lösung ins Schluss-Kapitel eingeflossen. Dazu sind die für die Zwei-Bücher-Lösung entfernten Ankerpunkte wiederbelebt worden, die Ri’Dea-Story ist wegen „führt hier zu weit“ gestrichen und nicht nur die Sprache passt nun wieder ganz zu Ines Braun.

Parallel zu all dem hatte ich die Geschichte, mit der „Allein“ einst begonnen hatte, als Einzelstory veröffentlicht, so dass also die beiden wichtigsten Elemente „erledigt“ waren – das Roman-Projekt „Allein“ war damit eigentlich gestorben.

Wie gesagt: Eigentlich war es gestorben. Aber irgendwas daran bohrte weiter und gab keine Ruhe. Und das war nicht nur der Wunsch, den Schluss von „Am Ende des Regens“ tatsächlich mit Brauns Welt zu verknüpfen.

8 Der Rätsel Lösung

Der Rätsel Lösung

Wieder verging Zeit. Ich brachte „Zweisam“ heraus, das seinen Titel in Anlehnung an „Allein“ erhielt, veröffentlichte „Tote Helden“ und mir wurde immer klarer, dass ich „Allein“ brauchte. Zum einen, um das Story-Gewebe zu komplettieren, vor allem aber, weil es noch ein offenes Problem gab. Und das hieß: Warum zum Teufel sind die Welten dieses Universums alle so erdähnlich?

Sie erinnern sich, dass ich die Rasse der Mhalm eingeführt hatte? Diese sehr alte Spezies aus dem „heutigen“ Hoheitsgebiet der Interplanetaren Föderation hatte sich auf dem Weg durchs All Siedlungsraum schaffen wollen, indem sie Planeten terraformte. Logischerweise ähnelt die Biosphäre jener Welten der der Mhalm. Identisch sind die Welten allerdings nicht: Auf manchen siedelten sich Mhalm an und entwickelten sich zu eigenen Völkern weiter, andere Planeten blieben sich selbst überlassen und brachten – mitunter von den Mhalm induziert – eigene intelligente Spezies hervor.

Es gibt aber auch erdvergleichbare Biosphären, die älter sein müssen. Insbesondere Planeten, deren Intelligenzen nicht „taschlenn“ (das ist ein Förderationsbegriff für unser „humanoid“) sind, hätten gar keine Zeit gehabt, sich nach dem Terraformingbeginn so abweichend zu entwickeln. Bei ein, zwei Welten hätte man von Ausreißern sprechen können. Aber bei so vielen? Und warum sind die Mhalm-Welten der Erde so ähnlich, warum wirken die Mhalm-Nachfahren so oft wie optische und genetische Cousins des Homo sapiens sapiens?

Nein, es musste eine noch ältere Terraformingwelle gegeben haben. Und „Allein“ musste das nun endlich mal klären! Also wieder her mit dem Ganzen und noch mal von vorn sortieren …

9 Recycling

Recycling & neue Werkzeuge

Bevor es losging mit dem Neumachen des Buches, mal kurz eine Zusammenfassung, was an der letzten Fassung funktionierte und was nicht:

Gut waren der Erzählstrang mit dem Insektoiden auf der Insel und die Klammer, die mit der Ankunft der Menschen in diesen Sektor beginnt und mit der geplanten Rückkehr des letzten der verschollenen Erkunder auf die GS Horizon endet. Gut war auch die Idee mit dem insektoiden Schatzsucher-Team.

Nicht gut war die sehr massive Auftrennung in zwei Bücher („vier Geschichten in zwei Büchern“ war ja die Struktur) und die damit einhergehende Reduktion der Klammer auf Prolog und Epilog. Dass die Ankerpunkte extrem hilfreich für das effektvolle Spannen dieses Bogens waren, hat das Schlusskapitel in „Tote Helden“ bewiesen. Wenn man die Zwei-Bücher-Struktur nun aufbrach und die Ankerpunkte – also die Passagen, die auf dem Föderationsschiff spielen – wieder einfügte, verlor ein Teil des Tagebuches seinen Sinn. Außerdem hatte ich hier mit einer Menge Füllstoff gearbeitet, um zeitliche Lücken zu schließen, und dieser Füllstoff – aber nicht nur er – hatte sich überlebt. Letzteres betraf zum einen den viel zu wattigen Tonfall und zum anderen den rosigen Inhalt, insbesondere was Ines Brauns Charakter als auch die Sicht anderer Figuren auf sie anging. Da letzteres nicht ganz verschwinden sollte, beschloss ich, John Harrison als einen Point of View beizubehalten.

Als nächstes musste ich mir Gedanken über die Struktur machen: Wie sollte der Ablauf der einzelnen Szenen aussehen, so dass am Ende ein harmonisches Ganzes entsteht, die einzelnen Stränge aber nicht zu sehr zerstückelt werden? Genau dieses Problem hatte ja damals zu der unseligen Zwei-Bücher-Lösung geführt.

Mitten in diesem Prozess des Aufbrechens und Neuordnens fiel mein Entschluss, mal ein Autorenprogramm zu probieren. Auch wenn ich solche Sortiervorgänge auch schon früher gut im Griff hatte, Word also eigentlich für mich ausreichte, empfinde ich heute das Programm Papyrus als sehr hilfreich in diesen Dingen. Und das, obwohl ich weiß Gott nicht die vollen Möglichkeiten ausschöpfe; allein schon die stichwortartige Übersicht über die Szenenabfolge, die links sichtbar gemacht werden kann, genieße ich.

Doch zurück zum Buch: Für die neue Struktur nahm ich als erstes den Ablauf des Insektoiden-Teiles, in dem ja bereits zwei Stränge miteinander verwoben waren. Vorn und hinten kamen Prolog und Epilog dazu, dann schaute ich mir an, wo das vorhandene Gewebe aufgetrennt werden konnte, um den anderen Elementen Platz zu machen. Was ich vom vorhandenen Material nehmen konnte, fügte ich gleich ein, für das gesamte Planetenabenteuer der Ines Braun setzte ich lediglich Platzhalter. Und dann schrieb ich dieses Abenteuer …

10 Der Coup

Der Coup

Das Planetenabenteuer der Ines Braun also … Ich wusste am Anfang nicht viel darüber, nur, dass es nicht so schnulzig wie die existierende Fassung sein dürfte. Außerdem musste die Sache mit der ersten Terraforming-Welle erklärt werden, so dass der verrückte Mhalm, der ja bestenfalls zur zweiten Welle gehört, nicht mehr als Bösewicht zur Verfügung stand. Ohne Plot legte ich los – wiedermal. Bei der Ursprungsgeschichte „Am Ende des Regens“ hatte das prima geklappt, später dann ja nicht mehr.

Ich nahm also die alte Szene von der Ankunft des Schiffes beim Planeten Kelton, begann zu ändern, als es schnulzig wurde, und hatte innerhalb kürzester Zeit ganz andere Figuren. Der neue John Harrison zum Beispiel hat außer dem Namen nichts mehr mit dem alten gemein und Braun wird auch nicht mehr gnadenlos als Captain angehimmelt. Pfu! Das war schonmal geschafft. Nun die Braun auf den Planeten runterbugsieren. Nur wie? Alleingänge sahen ihr jetzt zwar immer noch ähnlich, allerdings nicht mehr so nach außen hin grundlose. Noch bevor mir das Dilemma richtig bewusst wurde, hatte ich schon die Antwort hingeschrieben: Es gibt ein Psi-Phänomen auf dem Planeten und Braun ist – zumindest offiziell – die Einzige an Bord, die in dieser Hinsicht genug Begabung mitbringt, um sinnvoll agieren zu können.

Und genau in diesem Moment wusste ich es. Nicht nur, was Braun dort unten finden würde, sondern auch, was es in Wirklichkeit war und was es mit der ersten Terraformingwelle und all diesen komischen Energiekuppeln, die durch meine Bücher geistern, zu tun hatte. Und – und das hat mich fast selbst aus den Latschen gehauen – dass dies den Roman, ja eine ganze Ära innerhalb der Warén-Welt auf eine grandiose Weise runden würde. Was für ein Coup! Dafür liebe ich das Schriftstellern.

Endlich konnte die Neufassung wirklich losgehen. Anhand des Strukturgerüstes schrieb ich also, wie Ines Ridea trifft und wie dieser sie in die Psi-Sphäre führt, wie ein Erkunderteam eine Bibliothek der Mhalm findet und – bitte den Konflikt nicht vergessen! – wieso es auf Kelton als blasphemisch gilt, von Göttern zu sprechen. Das Ganze ging mir recht flüssig von der Hand, auch wenn ich zwei-, dreimal Passagen löschen und neu ansetzen musste. Aber es ist geschafft. Und: Es hat sich echt gelohnt.

11 Luftholen

Luftholen:
Zwangspausen und ihr Nutzen

Anfang Dezember 2015 stand also der erste neue Teil, wenn auch noch voller Tippfehler und mit einem leicht behebbaren Logikbruch, den ich am Ende ausbügeln werde. In dieser Zeit schwappte ein Lektoratsprojekt zu mir rein, für das ich mir bis Anfang Februar den Kopf freihalten wollte, so dass ich „Allein“ erstmal zur Seite legte. Ab und an dachte ich halbherzig darüber nach, wie ich den zweiten überarbeitungsbedürftigen Teil – die Indy-Story, Sie erinnern sich? – anpacken sollte.

So dachte ich zum Beispiel ein Weilchen an einem kompletten Perspektivwechsel vom Ich-Bericht zur üblichen personalisierten Kamera (korrekter: personelle oder personale Erzählweise durch einen neutralen Beobachter) herum, aber mir wurde schnell klar, dass ich dann mit der Einordnung in die entworfene Struktur Probleme bekommen würde. Diese Struktur folgt ohnehin weniger zeitlichen Linien – vieles verläuft parallel zu oder vor später erzählten Passagen –, eine Auftrennung des im Bericht des Indy-Begleiters zusammengefassten Ereignisse in „Echtzeit-Szenen“ würde das Chaos erheblich vergrößern. Davon, dass die Gewichte – also Längen – der einzelnen Kapitel nicht mehr ausgewogen ins System passen würden, ganz zu schweigen. Text ist eben eine Mischung aus Mathematik (präzis formulierte Inhalte) und Musik (Sound und Rhythmus) und ein Roman ist auch eine Sinfonie, nicht nur eine Abfolge von Handlungen.

Am Ende dieser Zwangspause – nachdem ich „nebenbei“ die Ideen „virtuell ausprobiert“ hatte – entschied ich mich für das Beibehalten der Ich-Perspektive, allerdings bei geändertem Adressaten des „Berichtes“. Das erlaubte, einige Passagen zu entschlacken und machte mich etwas freier im Tonfall.

12 Randprobleme?

„Randproblem“ Cover

Mitte März war es geschafft: Alle Erzählstränge waren neu formuliert und wieder zusammengefügt. Damit stand endlich das Projekt – was für ein gutes Gefühl! Vor dem Korrekturlesen und der End-Ausbesserung sollte man nun eine kleine Pause einlegen, um ein bisschen Abstand zu bekommen. Für Selfpublisher ist das kein Problem, denn es gibt für sie noch eine ganze Menge anderer Dinge zu tun.

Zum Beispiel das Buchcover entwerfen. Dabei sah es so aus als würde mein Traumcover nicht real werden – dazu hätte ich jemanden gebraucht, der fotorealistisch ein bestimmtes Motiv malen kann, und so jemand ist mir schlichtweg zu teuer.

Schon bei den vorigen Büchern hatte sich das Cover als echtes Problem erwiesen: Natürlich findet man mit ein wenig Suche Grafiker und Maler, die einem auch ein Wunschmotiv in Topqualität anfertigen, und sogar Leute, die das gesamte Cover zusammenbauen – aber kostenlos machen die das eher selten. Dazu kommt, dass man sich an Genre-typische Looks halten sollte oder wenigstens – wenn man eine Reihe gestaltet – an eine Art Reihendesign.

Für meine „Reihe“ hatte ich mich für Fotomontagen entschieden. „Zweisam“ und „Am Anfang war der Irrtum“ weichen etwas ab, das liegt an dem Versuch, es mit einem für mich bezahlbaren Cover-„Maler“ zu versuchen. Da ich aber bei „Tote Helden“ die Cover der zugehörigen E-Book-Reihe sowieso aus Fotos gebaut hatte und aus diesen dann auch dem Umschlag des Romanes zusammensetzte, bot sich an, „Allein“ ebenfalls mit etwas dieser Art zu versehen.

Meine Idee dazu beinhaltete allerdings, dass der Prüfling – Sie erinnern sich an die Geschichte auf der Insel? – neben einem Menschen zu sehen sein sollte. Nur gibt es – natürlich – kein Foto von diesen Außerdischen und der Versuch, ein irdisches Insekt zu finden, das ich per Bildbarbeitungsprogramm anpassen könnte, scheiterte kläglich.

Aber ich hatte inzwischen noch eine andere Idee, die ich selbst umsetzen konnte. Anders als bei „Tote Helden“ mit den vielen Spiegel-Scherben war das auch schnell erledigt – sowohl die Bilder, die ich „verwursten“ konnte, hatte ich schneller zusammen, als auch die konkrete Montagearbeit war deutlich weniger aufwändig. So konnte ich das Thema schneller abhaken, als befürchtet. Die konkreten Maße – Höhe, Breite und Rückenbreite – würde ich dann umsetzen, wenn klar wäre, wie viele Seiten das Buch tatsächlich haben wird …

13 Klappe!

„Klappe!“ – Ein Kurzausflug in die Werbung

Im Zusammenhang mit dem Cover stand nun auch das Entwerfen des Klappentextes an. Man muss das nicht an dieser Stelle des Arbeitsprozesses machen, aber ich war grad so schön am Covern, da nahm ich es mir gleich mit vor.

Was für den Laien vermutlich simpel wirkt – eine kleine Zusammenfassung für die Rückseite des Buches zu schreiben – treibt Autoren regelmäßig in den Wahnsinn. Vor allem, wenn man es – zum Beispiel als Selfpublisher – selbst machen muss. Wie macht man aus furchtbar wichtigen 200 oder 300 Seiten – jede davon ist ja voller Relevanz! – zehn Zeilen? Und das auch noch so, dass man nicht zu viel verrät, aber so viel mitteilt, dass der Leser neugierig wird?

Das ist bei einem normalen Buch schon schwer, aber bei einem, in dem drei praktisch gleichwertige Geschichten stehen? Sich auf eine beschränken? Bloß gut, dass ich im Forum von www.Autorenwelt.de erfahrene Helfer gefunden habe, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen.

14 Unverhoffte Wendung

Kür und Pflicht … und eine unverhoffte Wendung

Nachdem also alles geplant war, ging es nun „nur noch“ ums Korrigieren. Nach der Kür kommt die Pflicht. Oder wie es beim Schreiben heißen müsste: Nach dem Wort „Ende“ geht die Arbeit erst richtig los. Gemeint ist das Ausbessern und Korrigieren. Ich schreibe im Zusammenhang mit „Allein“ absichtlich nicht „das Überarbeiten“, weil ja eigentlich die ganze letzte Phase die …zigste Überarbeitung der einst geschrieben Urfassung war, und es jetzt wirklich nur noch um Ausbesserungen geht.

Da wäre zum Beispiel hier eine Bemerkung nachzutragen, die etwas später Stattfindendes „grundiert“, dort eine, die etwas Späteres besser erklärt; hier kann was weg, dort wieder was dazu, weil ich inzwischen die Landkarte wiedergefunden habe, die ich beim Entwerfen der Urfassung skizziert hatte … und nebenbei eine erste Rechtschreibkontrolle mittels Programm-Unterstützung.

Da selbst das beste Schreibprogramm nicht über eine unfehlbare Rechtschreibkontrolle verfügt – obwohl die von Papyrus wirklich zu den derzeit besten der Szene gehört –, beauftragte ich Korrektoren, wenigstens die Teile des Buches durchzusehen, die ich quasi neu geschrieben hatte. Das Geld dafür sparte ich ja beim Dienstleister, der das Buch drucken und vertreiben würde. Und während ich so auf den Rücklauf der Korrekturen wartete, stöberte ich durchs Internet und fand tatsächlich jemanden, der mir für eine mehr als kulante Summe mein Traumcoverbilder zu gestalten versprach. Halleluhja! Wieder eine Zwangspause, die sich durchaus auszahlte.

15 Intermezzo

Intermezzo: Ein Ersatzbuch

Mein Wunschcover also. Während ich darauf wartete – ein Zeitlimit hatte ich nicht gesetzt, es drängte mich ja niemand –, trudelten die Korrekturen ein und setzte ich den korrigierten Text auf die Buchseiten. Als das erledigt war, war das Cover noch immer in Arbeit und der Dienstleister wies mich dezent darauf hin, dass das angemeldete Buchprojekt noch in der Schwebe sei.

Ich beschloss kurzerhand, diese Anmeldung zu nutzen und zwischendurch eine andere Idee umzusetzen: das E-Book „Am Anfang war der Irrtum“ als Printversion herauszubringen.

In diesem Buch sind drei Geschichten vereint, die auch alle in der Warén-Welt spielen. Allerdings bezieht sich nur der erste direkt auf den Planeten; sie erzählt von den ersten Siedlern auf Warén. „Der letzte Tag im Paradies“ greift ebenfalls weit zurück: Hier erfährt man, warum Akakor – ja genau! der Planet aus „Zweisam oder Die Sache mit Akakor“ – starb. Und zum Schluss die Titelstory, die in einer Zeit lange nach allen Warén-Welt-Romanen, die bislang geschrieben und geplant sind, erzählt wird und von der ersten Begegnung der Menschen mit der Interplanetaren Föderation berichtet. Mit dabei: die Imte Rish und ihre Besatzung, die auch in „Allein“ eine wichtige Rolle haben …

16 Endspurt

Endspurt

Und dann war es so weit: Der Buchblock war gesetzt, das Coverbild war da. Ich musste nur noch Titel und Klappentext aufbringen. Das hieß, eine schöne Schrift zu finden, schöner als die bei „Tote Helden“, die eher eine Verlegenheitswahl gewesen war. Es dauerte nochmal zwei Arbeitstage, ehe ich im Internet eine Schrift gefunden hatte, die ich kostenlos verwenden konnte, die nicht zu abgehoben wirkte und dennoch hübsch aussah – und das durchaus in dieser Reihenfolge.

Als es daran ging, aus dem schönen Coverbild von Azrael ap Cwanderay ein komplettes Cover zu machen, erschien es mir nicht mehr sehr klug, den gleichen Titel wie die fantasyguide-Anthologie „Am Ende des Regens“ zu wählen, in der die gleichnamige Geschichte veröffentlicht ist. Ich spielte ein paar Ideen durch. „Das Vermächtnis der Ahnen“ war unter anderem dabei, klang mir jedoch zu sehr nach Fantasy. Passend hätte ich auch so etwas wie „Begegnung der Generationen“ gefunden, was ich wegen der deutlichen Star-Trek-Nähe allerdings nie ernsthaft in Betracht zog. Also griff ich auf einen anderen Aspekt des Romanes – der Frage nach den Terraformern – zurück und erhielt so ganz nebenbei einen Titel, der mal wirklich sofort nach Science Fiction klingt. Ob das was bringen wird? Wir werden sehen …

Übrigens: Auch der Klappentext hat im Laufe dieser Coverarbeiten noch einmal eine Wandlung erfahren. Es ist schon erstaunlich, wie lange manchmal eine solche „Kleinigkeit“ zum Reifen braucht …

17 Geschafft!

Geschafft!

Was ganz am Anfang dieser Geschichte nur ein vager Traum war, ist nun Wirklichkeit: Das Buch „Allein oder Das Erbe der Terraformer“ ist auf dem Markt. Man bekommt es bei den großen Anbietern im Internet und theoretisch kann auch jeder Buchhändler das Buch für seine Leser vor Ort bestellen. Was nun noch zu tun bleibt, ist, die Werbetrommel zu rühren. Fangen wir damit an, hier den Klappentext zu zitieren, zum Anfüttern sozusagen:


Rstr gehört zu einem insektoiden Naturvolk auf Talla und absolviert auf einer Insel ein Prüfungsjahr. Die merkwürdigste Erfahrung ist seine Begegnung mit einem Bunthäuter. Zur gleichen Zeit sucht der Archäologe Krissm Rt nach einem wertvollen Artefakt, nicht ahnend, dass sein Begleiter Kirr Ssn für einen geheimen Orden arbeitet, der ebenfalls hinter dem Schatz der Syrrtyrrn her ist.
Ines Braun, Captain des Galaxy-Ships Horizon, begegnet auf dem Planeten Kelton dem Letzten eines Volkes, das vor Urzeiten unser Universum besiedelte. Der Glauben an dieses Volk gilt auf Kelton allerdings als todeswürdige Blasphemie, was den gesamten Landetrupp in Gefahr bringt. In Wirklichkeit hat die Horizon aber ein noch viel größeres Problem …